Wir fragen: Libertin12 Minuten Lesezeit

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Wir haben eine Persönlichkeit der deutschen Memeszene angeschrieben und Fragen zu politischen Themen und Black Metal gestellt. Wie denkt Libertin über die AfD und wo fängt Grauzone an?

Libertin ist ein Veteran der deutschen Memeszene und bekannt innerhalb der Black Metal-Szene. Seit mehreren Jahren betreibt er diverse Facebookseiten. Viele kennen ihn als Macher der “Gutmenschenkeule”-Facebookseite (heute Grauzonenkeule), auf der er täglich neue Memes veröffentlicht. Zudem betreibt er auch die Seite “Leftist Triggering Black Metal“, und auch auf Instagram ist Libertin zu finden.

Wann war bei dir der Zeitpunkt erreicht, ab dem du dich für politische Themen interessiert hast?

Ich habe schon als Kind das politische Geschehen oberflächlich mitverfolgt, was auch mit meinem Interesse für geschichtliche Themen zusammenhängt. Aus irgendeinem Grunde habe ich in den frühen 90ern gerne EuroNews geschaut, auch wenn ich natürlich nur einen Bruchteil dessen begriffen habe, worum es ging. In Politik und Geschichte war ich folglich auch Einserschüler. Die Frage müsste eher lauten: „Wann war bei dir der Zeitpunkt erreicht, ab dem du dem omnipräsenten Linksliberalismus abgeschworen hast?“. Und hierbei spielen Faktoren wie eine Kindheit und Jugend, die in mehreren Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil verbracht worden ist, sowie vereinzelte Schlüsselerlebnisse und schlussendlich die Folgen von 9/11 und die Unruhen in Frankreich 2005 eine Rolle.

Was war der konkrete Grund für dich, vor allem im Internet politisch aktiv zu sein?

Es gab keinen Zeitpunkt, wo ich gesagt habe: „Jetzt werde ich im Internet politisch aktiv!“ – alles hat sich einfach ergeben. Als ich anfing, gab es noch keine AfD und es war nicht abzusehen, dass man tatsächlich 10-15% der Gesellschaft auf seiner Seite hat. Ich habe einfach Content hochgeladen, um politisch Überkorrekten und Linken ans Bein zu pissen. Ich war früher in Internetforen aktiv, die durchsetzt waren mit linksliberalen Schreihälsen, die rudelhaft jeden Abweichler mit Ad-Hominems niedergebrüllt haben und die letztlich dafür sorgten, dass jede Islamkritik oder politisch rechte Äußerung mit Sperre quittiert wurde. Die sozialen Netzwerke machen einen unabhängig von dieser Moderatorenwillkür, auch wenn sie die Repressalien seit 2015 stark angezogen haben. Die Art und Weise, wie diese Linken schäumen und keifen, weil sie mich nicht mehr so einfach wegzensieren konnten, und gelegentliche Hetzkampagnen gegen mich waren für mich bloß Antrieb, weiter zu machen.

Anschließend an die letzte Frage: Warum bist du vorwiegend nur online, aber nicht offline aktiv?

Es gibt hier in meiner Gegend nicht allzu viele Gelegenheiten, einmal auf die Straße zu gehen. Als HoGeSa in Hannover abgehalten wurde, nahm ich die Gelegenheit wahr, teilzunehmen. Als Pegida einen Ableger hier hatte, bin ich bei der ersten Demonstration mitgelaufen. Jedoch habe ich mich nie wirklich mit den anderen Teilnehmern verbunden gefühlt. HoGeSa, da waren eben viele Hooligans und Angehörige der Kameradschaften dabei. Der häufig genutzte Pegida-Begriff „christliches Abendland“ passt mir auch nicht, und viele Pegidisten würden mich wohl auch nicht tolerieren, eben weil ich auch antichristlich eingestellt bin und für sie wie ein Linker aussehe. Auch mit der Jungen Alternative und den Identitären wurde ich nie wirklich warm. Folglich bleibe ich gewissermaßen ein Einzelkämpfer, und das ist auch gut so.

Hast du trotzdem schon Kontakte zu Parteien oder Organisationen knüpfen können?

Tatsächlich habe ich Kontakte zu Funktionären der Jungen Alternative und Einzelpersönen aus der Identitären Bewegung, die sich auch aus meinen Aktivitäten heraus ergeben haben. Ich hatte auch ernsthafte Ambitionen, der AfD beizutreten. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Bei den Gründen kann ich nur spekulieren, möglicherweise wollte der „liberale“ Landesverband hier einfach keinen weiteren „Höcke-Jünger“, oder die christlichen Spießgesellen mochten einfach meinen Musikgeschmack nicht.

Was denkst du über die AfD? Unterstützt du sie und falls ja, welche Politiker gefallen dir am besten?

Die AfD ist notwendig, aber sicherlich nicht unfehlbar. Die Politiker haben grob gesehen einfach kein selbstbewusstes Auftreten und sind viel zu brav und spießig unterwegs. Der Partei würde eine gehörige Portion Trumpismus, der nicht auf die Befindlichkeiten politischer Sensibelchen achtet, gut tun. Und wenn Politiker der AfD einmal tatsächlich provokant auftreten, dann mit völlig falschen Ansätzen, wie z. B. historisch vorbelasteten Themen. Das ist taktisch unklug und führt sowieso dazu, dass man hinterher zurückrudern muss. Wenn es Funktionäre gibt, die etwas auf dem Kasten haben und großes Potenzial besitzen, dann sind es Dubravko Mandic und Hans-Jörg Tillschneider, da sie einerseits intellektuelle Schwergewichte sind und andererseits auch ein revolutionäres Mindset besitzen. Diese Leute wollen nicht einfach eine CSU 2.0 sein, sondern die Krusten aus 50 Jahren 1968er-Ungeist tatsächlich aufbrechen. Auch sind sie nicht von der Distanzeritis gegenüber den Identitären und Pegida befallen.

Hast du schon mal überlegt und versucht, mehr aus deinem politischen Onlineaktivismus zu machen?

Gedankenspiele wie Patreon gab es. Aber es lohnt sich nicht. Die Sache bleibt weiterhin eine Freizeitangelegenheit und das ist mittlerweile auch gut so. Wer davon lebt, eine politische Ansicht zu vertreten, der sägt am eigenen Ast, wenn sich diese Ansichten möglicherweise einmal ändern.

Hattest du schon mal Probleme aufgrund deiner Aktivitäten gehabt (z. B. Ärger mit der Antifa)?

Abgesehen von üblichen Hetzkampagnen gab es da bisher keine Probleme. Auch gab es keine gekündigten Freundschaften oder dergleichen, weil ich mich mit linksliberalen Spießern oder Gesellschaftsmitläufern sowieso nicht abgebe.

Sind Memes für dich ein gutes politisches Instrument?

Memes können eine gute Einstiegsdroge sein, um sich mit bestimmten Aspekten der Politik näher zu befassen. Sie drücken in 1-2 Sätzen Dinge aus, für die Andere ganze Blogartikel benötigen. Sie veranschaulichen bestimmte Zusammenhänge, Widersprüche und Entwicklungen. Die GutmenschenKeule ist aber nicht wirklich für die Masse bestimmt, weil die Seite viel mit Running Gags und Insidern arbeitet, für die man schon Vorkenntnisse haben muss, um sie zu verstehen. Memes sind daher kein geeignetes Instrument, um Linksgesinnte „umzupolen“, aber sie sind ein gutes Instrument, um Zweifelnde auf die eigene Seite zu bringen oder bereits Erleuchtete auf dem eigenen politischen Pfad zu begleiten und sie in ihrer Weltanschauung zu bestärken.

Was machen gute Memes aus?

Es gibt keine Anleitung dafür. Man muss einen bestimmten Humor und ein Gespür dafür haben, was man als Meme verwursten kann und was nicht. Linke können beispielsweise deswegen nicht memen, weil sie einem dicken politisch korrekten Regelwerk unterworfen sind. Deswegen wirken deren Versuche verkrampft und durch die Bank weg unlustig.

Ist die deutsche Memekultur besonders? Gibt es Unterschiede zu den englischen Memes und Communitys?

Jedes Land hat eine eigene Memekultur, demnach gibt es hierzulande auch Phänomene, die es in anderen Ländern nicht gibt. Leider ist diese Memekultur hier ein Nischenphänomen, während es in Amerika Memeseiten wie Sand am Meer gibt und die viralsten Beiträge locker Reichweiten in zweistelliger Millionenhöhe erreichen. Deutsche Memes widmen sich natürlich vornehmlich auch den Politikern in Deutschland, deren Auftreten großes Memepotenzial beherbergt. So wie in Amerika Ocasio Cortez als dümmliche Sozialistin dargestellt wird, muss Sawsan Chebli hierzulande als vollkommen inkompetente Quotenmigrantin herhalten, die nur wegen Geschlecht und Herkunft zu ihren Pöstchen kam und die weitgehend mit Dummheit und Doppelmoral glänzt.

Eines deiner Meme-Themen ist der Sozialismus. Warum eigentlich?

Sozialismus ist eine Ideologie des Zwanges und der Bevormundung. Der Sozialismus hat aus sämtlichen Ländern Osteuropas verarmte Shitholes gemacht. Es wurden Dissidenten ermordet oder in Gefängnisse gesteckt. Gerne wurden auch Familienangehörige für die Taten belangt. Ich selber stamme aus einem Land, das 45 Jahre Sozialismus über sich ergehen lassen musste. Die Geschichte lehrt uns, dass Sozialismus einfach nicht funktioniert. Ich lasse mir einfach ungern sagen, wie ich zu leben habe, welche Worte ich benutzen darf, was ich zu konsumieren habe und welche Personengruppen ich in Watte packen soll. Da unterscheidet sich globalistischer und nationaler Sozialismus nicht – die Anhänger beider Ideologien sind genauso leicht reizbar, wenn man von ihrer Weltanschauung abweicht, beide sind weitgehend humorbefreit und nicht fähig, die eigenen Ansichten zu hinterfragen.

Was sind abschließend deine langjährigen Erfahrungen im Memegame? Warum machst du es schon so lange?

Man muss Durchhaltevermögen haben und mit Anfeindungen rechnen. Aber das ist auch gewollt. Linke und Gutmenschen haben mir jahrelang ans Bein pissen wollen, und irgendwann schoss ich eben zurück. Warum ich es mache? Weil es Spaß macht und weil ich mittlerweile auch ein Stammpublikum habe. Wenn du erst einmal eine Gefolgschaft hast, die dir zuhört, dann möchtest du das auch nicht missen. Zudem ist es auch eine Art Ventil, um mit dem Frust umzugehen, der einem durch eine vollkommen vergutmenschte Gesellschaft bereitet wird. Wenn in diesem Freiluft-Irrenhaus Deutschland alles in Ordnung wäre, dann hätte ich wohl auch keine Lust mehr, spezifisch politische Themen in Memes zu verarbeiten. Memes würde ich immer noch machen, aber keine politischen mehr.

Du machst ja nicht nur Memes über Politik, sondern auch über Black Metal. Wie hängen beide Themen für dich miteinander zusammen?

Black Metal hat schon immer Menschen mit extremen Ansichten, welcher Art auch immer, angezogen. Der vielgescholtene NSBM ist eben nur eine politisierte Varianz dieser Gemengelage aus negativen Menschenbildern, die man in dieser Subkultur findet. Der Begriff „NSBM“ wurde jedoch mittlerweile auf wirklich alles ausgeweitet, was irgendwie dem Linksliberalismus zuwiderläuft. Da genügt es schon ganz wertfrei die Wehrmacht oder die Zeit des Nationalsozialismus zu thematisieren, weil man damit eben den ganzen überkorrekten Sensibelchen ans Bein pissen kann oder weil man einen morbiden Hang zu den Abgründen der Menschheit besitzt. Tatsächlich sind nur ein Bruchteil der Black Metal-Bands, die als NSBM bezeichnet werden, tatsächlich National Socialist Black Metal. Es ist – genauso wie der Begriff „Grauzone“ – ein Kampfbegriff linker Moralfaschisten gegen jede Band und jeden Musiker, dem nichts am engen ideologischen Korsett des Linksliberalismus liegt.

Stichwort Grauzone: Was qualifiziert Bands für diese Bezeichnung? Wo fängt Grauzone an und wo hört sie auf?

Grundsätzlich ist jede Band Grauzone, die irgendeinem linksliberalen Metalbruder schon einmal Bauchschmerzen bereitet hat. Sobald Aufnäher einer Band auf Festivals abgeklebt werden müssen, fällt sie schon unter Grauzone. Irgendjemand äußert, er habe seine Platten verkauft, weil man auf der Erstpressung eines Albums von 1996 Graveland gegrüßt hat? Grauzone! Natürlich geben Anhänger von Grauzonen-Metal auch ihren Lieblingsbands diesen mittlerweile ironisierten Begriff, um sie politisch überkorrekten Moralpolizisten madig zu machen. Hierzu werden Kontakte, Kooperationen oder anderweitige Verstrickungen zu Bands oder Plattenlabels herangezogen, die für die Gralshüter der politischen Korrektheit ein No-Go sind.

Gehört explizit politische Musik zur Grauzone?

Das kommt ganz darauf an, welche politischen Inhalte vermittelt werden. Dient die Musik dazu, Propaganda für den Nationalsozialismus zu betreiben, ist es ja keine Grauzone. Denn der Begriff impliziert, dass man einer Band nichts Eindeutiges anhaften kann, diese Band aber keine Distanzierung und kein Statement für Toleranz, Menschenliebe und Regenbögen im (Black) Metal hält. Politische Überzeugungstäter werden gemeinhin „Braunzone“ oder „Feldgrauzone“ genannt. Im Gegensatz zu den Mainstreamkriechern schreibe ich niemandem vor, was er zu hören hat. Ich selbst jedoch kann mit den meisten dieser Bands nichts anfangen, weil sie zuweilen auch grottenschlecht sind und nur „wegen der Kante“ gefeiert werden.

In Deutschland bietet NS-Symbolik, auch wenn sie im Rahmen der Musik genutzt wird, enormes Provokationspotential. Werden bei den Bands in deiner Heimat Anspielungen auf den Kommunismus analog verwendet oder provoziert man dort mit anderen Mitteln?

Als Dreiviertelpole habe ich natürlich einen anderen Bezug zum Nationalsozialismus, der zuweilen auch lockerer ist. Polnische Verwandte haben die Dorfkatze wegen einem Flecken unter der Nase „Adolf“ getauft, kein Schwein regte sich auf. Hierzulande würde eine solche Katze eine Massenhysterie hervorrufen. Ähnlich verhält sich dies mit nationalsozialistischen Inhalten im Black Metal. Ich sehe z. B. die polnischen Bands aus der Frühphase des Black Metal in genau diesem Kontext, dass materielle und wirtschaftliche Armut zu einer extremen politischen Subkultur führt. Bands wie Graveland, die damals zu den Schlüsselfiguren zählten, treten mittlerweile auch gemäßigter auf, sehr zum Ärger irgendwelcher Hängengebliebenen, die zuweilen mit ihrer Weltanschauung in Osteuropa einen Markt gefunden haben, in dem man damit Geld verdienen kann. Was auch nach fast drei Jahrzehnten bleibt, ist jedoch ein überzeugter Antikommunismus und eine Ablehnung der politischen Korrektheit. Auch polnische Bands, die es mittlerweile in den Mainstream geschafft haben, scheren sich nicht um die Befindlichkeiten westdeutscher Sensibelchen und arbeiten mit politischen Unpersonen zusammen. Die russische Pagan Metal-Band Arkona macht keinen Hehl aus ihrer Freundschaft zu Nokturnal Mortum. In Osteuropa kein Thema, hierzulande jedoch ein Grund zur Hysterie.

Du hast dich in den letzten Tagen von einigen Bands bzw. Gruppen „distanziert“. Wie kam es dazu?

Ich habe nicht und ich werde mich nicht von Bands oder Gruppen distanzieren, nur weil sie eine andere Weltanschauung als ich besitzen. Wovon man sich aber distanzieren kann, ist kleingeistiges Gedankengut, das in seiner Dünnhäutigkeit den linken Social Justice Warriors in nichts nachsteht. Der „harte Kern“ der explizit NS-affinen Szene ist genauso leicht reizbar und übersensibel, wenn man ihnen nicht nach dem Mund redet. Sie ergehen sich genauso in Doppelmoral und Widersprüchlichkeiten wie die Linken. Sie träumen von Umsturz und einem „erwachten Deutschland“, wo sie Karriere machen, Funktionärsposten besetzen oder zumindest dekorierte Aktivisten sein würden, meist reichen deren kognitive Fähigkeiten aber höchstens für Kanonenfutter an der Ostfront aus. Oder sie würden selbst in Dachau landen, wenn dem denunziatorischen Nachbarn oder irgendeinem höherrangigen Funktionär die Fresse nicht passt. Sozialistische Revolutionen fressen gerne mal ihre eigenen Kinder. Hinzu kommt auch, dass ich den Chauvinismus dieser Ideologie nicht ernstnehmen kann, vor allem wenn man die Bilder aus Themar und Ostritz gesehen hat. Auch sollte man sich nicht in biologistische Überlegenheitsfantasien ergehen, wenn das eigene Volk obendrein noch solche Gestalten wie den Drachenlord hervorbringt. Oder wenn das eigene Land zur Lachnummer der Welt geworden ist, weil man hier Falschparker mit der vollen Härte des Gesetzes belangt, während hundert Meter weiter im Stadtpark Afrikaner unbehelligt Drogen verticken.

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2 Kommentare

  1. Boah, soll das also der Anspruch dieser Seite sein, dass man hier vollkommene RL-Loser und verkrachte Gestalten mit Minderwertigkeitskomplexen zu Wort kommen lässt, sie auch noch feierlich als “Memeveteranen” ankündigt (hahaha!) und die selbst weder bei der IB, noch bei der JA, noch bei der AFD Anschluss finden konnten und sich jetzt in großkotziger Weise als heroische “Einzelkämpfer” stilisieren und sich damit rausreden, dass man angeblich zu “unchristlich” für neurechten, politischen Aktivismus sei? In Wahrheit handelt es sich bei diesem “Libertin” um eine wahre Nullnummer, im politischen wie im menschlichen Sinne, der an überhaupt keinem “echten” politischen Aktivismus interessiert ist, weil er eine bürgerliche Luftpumpe ist und weil “Aktivismus” hinter der Tastatur und im anonymen Weltnetz viel ungefährlicher und entspannter ist, als sich auf der Straße den “linksliberalen Schreihälsen” zu stellen. Eigentlich richtet sich sein “Aktivismus” ja nicht einmal gegen Linke allein, sondern gegen alles, was er gerade gerne “triggern” möchte, weil er sich in der RL-Gesellschaft als geborener Loser nirgendwo durchsetzen kann und daher nur alleine auf dieser kindischen Ebene versucht, Aufmerksamkeit zu generieren. Dass ihm dann genauso verstrahlte Gestalten folgen und seine vor Dummheit strotzenden Ergüssen liken und teilen, ist dabei nicht sein Verdienst, sondern die natürliche Folge von Minusauslese, bei der Idioten zu Idioten finden (Gleich und Gleich gesellt sich gern). Es ist doch eine Frechheit sondergleichen, dass ausgerechnet ein polnischer multipler Studienabbrecher, Hilfsarbeiter und auf Mamas Tasche liegender Vollversager, der nur im Internet als selbsternannter “Memelord” seine Bestimmung findet, einen “Drachenlord” als Beispiel für die angebliche biologische Unterwertigkeit des deutschen Volkes heranzieht, obwohl selbst das Volk mit den besten Anlagen vereinzelt auch Schwachsinnige und Minderbemittelte hervorbringen kann und er selbst doch nichts als ein Spiegelbild des “Lards” ist. Vor allem wenn man unter einem Volk lebt, das man als „Lachnummer“ bespöttelt, aber selbst zu einem Bauernvolk gehört, das sich in der Vergangenheit durch Kriegstreiberei, Kapitulation nach 18 Tagen, Landraub und Vertreibungsverbrechen einen Namen gemacht und dessen Land selbst ohne Kommunismus ein Shithole bleibt, das nur von Subventionen und “Wiedergutmachungen” anderer EU-Staaten leben kann. Wie scheinheilig diese Lachnummer der Internetszene ist, wird auch beim Thema Sozialismus deutlich. Bezeichnet Sozialismus als eine Ideologie des Zwanges und der Gewaltherrschaft, verherrlicht aber kapitalistische Diktaturen wie die unter Pinochet in Chile. Lehnt einen “Nannystaat” ab, aber verlangt staatliche Leistungen wie BAB und Wohngeld. Will wie ein Liberaler frei und selbstbestimmt leben und lehnt staatliche Eingriffe zur Deckelung der Mietpreisexplosion ab, aber lässt sich von Mutti die Miete bezahlen. Wenn man selbst nicht für kapitalistische Abzocke aufkommen muss, lebt es sich ja bequem. Libby ist nicht der Memelord, sondern ist in all den Jahren, in denen man die Möglichkeit hatte, Stück für Stück weiter hinter seine Fassade zu schauen, selbst zu einem Meme geworden. Warum geht eigentlich das Interview nicht einmal auf den Memewar gegen ihn ein? Genauso wie er seine Meinungen zum Black Metal alle furzlang ändern, je nachdem welchen Umgang er gerade hat. Waren für ihn anfangs “Partymetaller” alles “Untermenschen”, so wurde er bald selbst einer. Verachtete er anfangs Frauen im Black Metal und tat sich als Alphamale hervor, so machte er sich bald zu deren Betacuck. Feierte er zwischenzeitlich Goatmoon, u.ä. Bands, so wettert er jetzt “echten” NSBM als grottenschlechten “Garagenrock”, obwohl sein Musikgeschmack selbst allenfalls durchschnittliche und von 0815-Stinometallern gehypte Rumpelkapellen wie Arschkot umfässt. Er lästert gegen das Asgardsrei, auf denen Bands auftreten, die sich überhaupt keinen linksliberal politisch korrekten Normen unterwerfen und wirft den Veranstaltern “Kommerz” vor, aber nimmt Robby Darky in Schutz, wenn er sich mit Negern ablichten lässt, um sich von vergangener “Schuld” reinzuwaschen und dadurch die Aussicht auf finanziell lukrativere Gigs erhält bzw. fährt zu seinen Lullikonzerten ins “Shithole” Berlin, die deutlich mehr kosten als ein hochkarätiges Metalfestival in der Ukraine. Libby ist einfach ein wandelnder Widerspruch, ein Heuchler vor dem Herrn, ein Wannabe-Herrenmensch, der nicht ansatzweise Anspruch und Wirklichkeit in Übereinstimmung bringen kann. Es kann doch einfach nicht der Anspruch einer politischen Seite sein, sich mit Typen zu beschäftigen, die im real exististierenden politischen Kampf auf der Straße und der Wirklichkeit keine Rolle spielen und die außer als alles und jeden “triggernder” Internetclown aufzutreten, keine höhere Bestimmung finden.

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