Frau Brunschweigers Schwelgen in Schuld 6 Minuten Lesezeit

Wehwalt KesslerVeröffentlicht von

Eine Lehrerin hat es gewagt, sich über den gesellschaftlichen Aspekt der Reproduktion zu äußern. Eigentlich eine gute Sache, aber hat sie darüber gesprochen, wer sich fortpflanzen sollte und wer nicht? Hatte sie gar eugenische Gedanken?

Eigentlich nicht, es ging um Geburtenkontrolle und die Empfehlung, maximal ein Kind zu bekommen, aber letztendlich und realistisch betrachtet, sollte der Vorschlag mal wieder den Westen treffen. Das hat sie zwar nicht explizit gesagt, im Gegenteil sogar hat sie es weltweit gefordert, aber mal im Ernst – wer macht sich denn sonst ständig Gedanken über die eigene Schlechtigkeit? Ein afrikanischer Ehemann, der ohne lästiges Kondom zu seiner Frau ins Bett will?

Von linker bis rechter Seite sind Brunschweigers Thesen scharf kritisiert worden. Die Linken sehen darin natürlich mal wieder Faschismus (klar, das deutsche Volk braucht keinen Raum. Ähm… was?), weshalb wir uns besser mit der Kritik von vernünftiger Seite beschäftigen wollen. Gerade in Zeiten, in denen Begriffe wie “Köterrasse” ungestraft durch die Feuilletons streifen dürfen, mutet solch eine Forderung als tiefe Beleidigung an. Hinzu kommt das angebliche Problem des Bevölkerungsrückganges, das mit Einwanderung gelöst werden sollte. Da konnte es sich seinerzeit die AfD natürlich nicht nehmen lassen, das Ganze mit dem Schlachtruf “Neue Deutsche? Machen wir selber!” zu kontern.

Man kann also verstehen, weshalb es von rechts sehr viele Emotionen gegen diese Forderungen gibt.  Auch wurden Stimmen laut, dass man erstmal die Bevölkerungsexplosion in ärmeren Ländern in den Griff kriegen sollte, bevor man in der hochzivilisierten Welt anfängt. Leider ist dieses Argument problematisch. Man muss bedenken, dass man ein Kind aus einer armen 10-köpfigen Familie in Afrika nicht mit einem europäischen Kind vergleichen kann, das in seinem Leben ein Vielfaches an Elektronik, Strom, KFZ-Treibstoff (passiv und aktiv), und sonstigen Ressourcen verbrauchen wird. Es ist also nicht entscheidend, wieviele Menschen geboren werden, sondern wie anspruchsvoll sie im Einzelnen prospektiv sein werden. Sollte man davon ausgehen, dass zumindest der Zeitpunkt der Endlichkeit strittig ist, nicht aber die Endlichkeit  der Ressourcen selbst, dann ist der Gedanke nach Geburtenreduktion gerade für hoch zivilisierte Gesellschaften mehr als naheliegend.

Natürlich haben die Bürger Deutschlands, insbesondere, wenn sie zur Gruppe der a) bezahlten Staatsquassler und b) dem weiblichen Geschlecht gehören, kein großes Interesse daran, über Zivilisation und das Schicksal der Menschheit nachzudenken, denn sobald man den Rahmen des staatlich geförderten Schuldkultes verlässt, ist man gezwungen, sich über den Wert und Überlegenheit gewisser Gesellschaften Gedanken zu machen. Da sich Frau Brunschweiger selbst als umweltbewusste Feministin darstellt, sollte gemeinhin klar sein, woher der ideologische Wind weht. Leider, muss man sagen, denn dieses Thema ist zu wichtig, um es den Linken und Grünen zu überlassen. Selbstverständlich haben jene weder am Erhalt des eigenen Volkes noch an wirklich nachhaltiger Politik das geringste Interesse. Wer Geburtenkontrolle, aber gleichzeitig auch noch den Verzicht auf ressourcenfordernde Tätigkeiten wie z. B. das Fliegen fordert, begeht nicht nur einen Verrat an der eigenen Zivilisation, sondern erzeugt auch einen Widerspruch.

Aber worin besteht nun der Verrat? Die moderne Gesellschaft hat vor lauter Gleichmacherei ihre eigene Zukunft aus den Augen verloren. Wenn wir das Sonnensystem eines fernen Tages verlassen wollen, haben wir auch die Verantwortung, einen gewissen Grad an Technologie und die dafür notwendige Infrastruktur zu erhalten, was aber nicht funktionieren kann, wenn wir alle nur noch verzichtend in einem Bauernstaat leben. Der freie Westen samt freiem Markt scheint hierfür trotz aller Fehler die besten Garantien zu schaffen.  Anstatt zu überlegen, wie man sinnvoll als Träger der humanistischen Zukunft die Geschicke der Welt mitbestimmen könnte, ähnlich wie es die USA gerne für sich beanspruchen würde (was sie aber nicht glaubwürdig kann, woran auch ein durchaus ehrenhafter Trump in der kurzen Zeit nichts ändern wird),  hat man als eingefleischte feministische Grün*in natürlich nichts Anderes zu tun, als ideologische Handlangerdienste für die Kräfte zu leisten, die aus Europa ein kaffeebraunes Gemisch aus billigen und anspruchslosen Arbeitersklaven machen wollen. Natürlich muss es irgendwann Geburtenkontrolle geben, aber nicht, damit wir bis zum Gelingen eines Fusionsreaktors o.Ä. noch eine Weile die begrenzten Ressourcen länger nutzen können, sondern, um beispielsweise durch Flugreisen die Perspektive zu erweitern und durch Konsum auf dem freien Markt den Fortschritt anzukurbeln. Doch nein, das wäre zu weit gedacht und zuviel Ehre für die weiße Kolonistenrasse, die selbstverständlich an allem Übel in der Welt Schuld zu sein hat.

Der Verzicht auf Kinder ist nur ein weiterer Klang aus dem Horn, in das die Apologeten der neuen Ordnung blasen, und diese Ordnung besteht aus der Bangladeschisierung Europas, die aber nur funktionieren kann, wenn sich die asketische Ideologie der Anspruchslosigkeit in den Köpfen der noch einigermaßen freien Bürger eingenistet hat. Und nur mit Askese kann man den Widerspruch der gleichzeitigen Forderung nach Geburtenkontrolle und Verzicht erklären, denn weshalb sollte man langfristig die Menschenzahl reduzieren, wenn man nichts davon hat?

Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang durch die Öffentlichkeit geistert, ist der sogenannte “Antinatalismus”. Ein Konzept, das  keinesfalls ein Kind der Moderne ist, sondern bereits von mehreren Philosophen vertreten wurde, wie zum Beispiel vor circa Tausend Jahren von dem für die damalige Zeit angenehm unreligiösen arabischen Dichter Abu l-’Ala al-Ma’arri oder in jüngerer Zeit von Arthur Schopenhauer, um nur zwei zu nennen. Von der Sache her nicht ganz falsch kann der Antinatalismus dazu verleiten, von einem natürlichen “Pronatalismus” auszugehen, was biologisch nicht haltbar ist, auch wenn von rechter Seite gerne von einem inneren Drang nach Familie und Fortpflanzung geschwärmt wird. Die Natur hat  den Menschen nicht umsonst mit Trieben ausgestattet, damit sich das Gehirn nämlich mit wichtigeren Dingen beschäftigen kann, als der Frage, ob essen und scheißen nun sinnvoll sei oder nicht. Daher wird es immer Kinder geben, solange Vernunft und Technologie keinen Riegel vorschieben.

Sobald es um “Umwelt” oder “Zukunft” geht, sind die Argumente der Antinatalisten nur vorgeschoben, denn der große Teil der “Antinatalisten” gehört zur gleichen Gruppe der Realitätsverweigerer, wenn es um Zuwanderung oder Genderfragen geht. Jene geben ein gutes Beispiel für den sogenannten ethischen oder gar theologischen Antinatalismus ab, indem die modernen jungen Frauen von heute sich gottgleich nicht der Theodizee, sondern der Anthropodizee stellen. Wenn kein Gott das Leid der Welt zulassen dürfte, weshalb sollte man an die Kraft der natürlichen Menschenerschaffung nicht auch diesen Anspruch stellen? Und während es sich vormalige Student*innenXinnen auf dem direkten Weg in den Schulbetrieb ohne Umweg über ehrliche Arbeit kinderlos gutgehen lassen (weniger CO2, nicht wahr) und gleichzeitig Menschen aus aller Herren Länder willkommen heißen, während sie auf dem dritten Klo gegen Trump twittern, kann schon mal das Karmakonto vor lauter Positivität platzen und den Rest des Verstandes auslöschen, abgesehen vom überblähten Ego des Weltenretters.

Aber Spaß beiseite: Zusammenfassend können wir sagen, dass das Perfide an den Äußerungen Brunschweigers ja ihre prinzipielle Logik und die scheinbare Forderung nach globaler Gleichzeitigkeit ist, die aber überhaupt nicht der geopolitischen Realität entspricht und wesentlich wichtigere Probleme außer Acht lässt. Die Forderung nach Geburtenkontrolle ist Gift, wenn sie einhergeht mit gleichzeitiger “Replacement Migration” anstelle eines bevölkerungstechnischen Gesundschrumpfens einer wünschenswerten Festung  Europas. Und das wäre tatsächlich ein Vorbild für die gesamte Welt und unsere Verantwortung als Träger der Zivilisation.

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