#wirwarenmehr – Ein Nachruf auf die deutsche Gesellschaft2 Minuten Lesezeit

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Was für Daniel Hillig eine schöne Abwechslung vom Alltag werden sollte, endete in einer Tragödie. Das brutale Verbrechen, welcher das Chemnitzer Stadtfest erschütterte, war nicht der erste in einer Reihe von immer absurder wirkenden Morden aus Nichtigkeiten, aber kein Fall wurde bisher so politisiert wie der Tod des Daniel Hillig. Keinem Opfer wurde so wenig Menschlichkeit entgegengebracht, kein Andenken wurde grotesker von einem gesamten Land, seinen Politikern und Stars geschändet.

Schon wenige Stunden nach der Herausgabe der Meldung begannen progressive Kräfte wieder einmal damit, zu beweisen, wie fortschrittlich sie wirklich sind. Die ersten trendenden Tweets, Hashtags und Posts hatten alle eines gemeinsam  eine Warnung gegen rechts, rechte Gewalt und die Ausländerfeindlichkeit, die “Geißel unserer Nation”, gefolgt vom Hashtag #wirsindmehr, der als Reaktion auf die Bürgerproteste in Chemnitz in den letzten Tagen aus den sozialen Netzwerken kaum noch wegzudenken war.

Die Bürger, welche ihrem Ärger über die Missstände im Land spontan Luft machten, wurden von angeblich progressiven, demokratischen Kräften aus dem linken Lager sofort dämonisiert; wer es gewagt hat, an Daniel Hillig zu erinnern, der war ein Nazi, wer es nicht mehr ertragen konnte, dass tagtäglich hunderte ausländische Kriminelle freie Hand haben, war sofort ein Faschist, und wer es gar gewagt hat, zu vergessen, dass es bei diesem Fall doch darum geht, wie schlecht wir die neuen Besserbürger integrieren, dem gehöre sowieso das Wahlrecht entzogen.

Der groteske Totentanz fand seinen Höhepunkt bei einem Gratiskonzert von bekannten linken Künstlern wie KIZ, Feine Sahne Fischfilet und den Altpunkern von den Toten Hosen, deren Frontmann Campino schon bei seinem letzten Besuch im Osten peinliche Schlagzeilen machte. KIZ rappten für mehr tote Polizisten und Messerstechereien, Feine Sahne Fischfilet besangen den Anarchismus und Zerstörungsdrang wider den Mittelstand, Campinos Texte wirkten dort fast wie Schlager aus vergangenen Jahrzehnten.

Aber wer denkt, Linke hätte mit dem Gratiskonzert lediglich ablenken wollen, der liegt falsch. Es wurde an Daniel Hillig erinnert, es wurde sogar vorgeschlagen, eine Schweigeminute für ihn abzuhalten. “Wir alle leben  und wollen leben, ohne Hass. Lasst uns für einen Moment Daniel Hillig gedenken!” Es folgt eine kurze Pause, das Publikum weiß nicht recht, wie es reagieren soll, einige scheinen zu fragen, wer Daniel Hillig ist (man ist ja schließlich hier, um gegen Rassismus zu feiern) und von der Bühne schallt es weiter “Besser noch  lasst uns allen Opfern rechter Gewalt gedenken”. Zwar bat die Dame am Ende um eine Minute des Schweigens für das Opfer eines Schweigens, welches keine 30 Sekunden durchgehalten wurde  hatte jedoch vorher eindeutig klargestellt, wo die Prioritäten waren.

Wer am Ende vergessen wurde, wie tausende andere Opfer von muslimischer Gewalt, ist Daniel Hillig. Niemand hat für seine Familie gesammelt oder in seinem Namen Konzerte veranstaltet. Niemand hat für ihn getweetet, gepostet oder geschwiegen. Niemanden hat es interessiert, dass ein Leben aus purer Lust am Mord vernichtet wurde.

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2 Kommentare

  1. Widerspruch❗️
    Auch wenn ich diesen perfiden Totentanz absolut unmöglich finde sollte man doch bei der Wahrheit bleiben.
    Natürlich wurde gesammelt, ein kleiner Teil des Erlöses (in den Medien geistert die Zahl von roundabout 22.000€) soll sogar den Hinterbliebenen zukommen… der Rest geht – natürlich – in irgendwelche Stiftungen und Projekte gegen “rechts”! 😫

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